Baubericht FF-03(pro)
Vor einigen Tagen ist meine neueste Errungenschaft eingetroffen. Ein Rennflitzer mit Vorderradantrieb und Frontmotor, der FF-03pro von Tamiya. Es folgt nun ein Baubericht, wie immer aus meiner Sicht ![]()
Ich öffne die Schachtel und sortiere die ganzen Sackerln mit den einzelnen Plastikteilen drinnen.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass im Gegensatz zum TA-06pro -meinem Allradflitzer- keine carbonverstärkten Teile beiliegen. Macht nichts denke ich mir, mit dem Auto fährt man ja eh als erster durchs Ziel
. Ich schnappe mir die Bauanleitung und blättere diese durch. Dann richte ich mir mein Werkzeug her und beginne mit dem Zusammenbau.
Gleich zu Beginn darf man ein Kugeldifferential für die Vorderachse zusammenbauen. Ich nehme also die Plastik-Abtriebe die gleichzeitig als Differentialverschluss dienen und die dazugehörigen Metallringe und suche den in der Anleitung beschrieben “Syntetic Rubber Zement”.
Ich finde Fette jeglicher Art, aber keinen Klebstoff. Also befrage ich das allwissende Internet und merke recht schnell, dass es diesen Kleber sogar von Tamiya gibt- in einer lächerlichen 2g Tube.
Aber Tamiya war offensichtlich zu geizig, diese 2gramm Tube Kleber dem Pro Bausatz beizulegen.
Ein ärgerlicher Umstand, da zu diesem Zeitpunkt die Geschäfte bereits zu hatten und ich unbedingt weiterbauen wollte. Bei der Suche nach dem Klebstoff ist mir in den Teilen des Bausatzes auch gleich aufgefallen, worin sich der Pro Bausatz des Vorderradlers im Gegensatz zum Allrad-Bausatz noch unterscheidet: Plastikabtriebe statt der stabileren Alu-Ausführung, Stahlknochen statt der schönen, wartungs- und reibungsärmeren Halbachsen, der Hauptzahnradmitnehmer ist ebenso aus Plastik statt aus Aluminium und in der Lenkung regnet es Metall-Gleitlager statt Kugellager. Liebe Tamiyaner, der FF-03pro ist kein “pro” Bausatz. Der gehört dringend umbenannt in z.B.” FF-03 Alublingbling aber kaum nützliches Tuning dabei”
Aber zurück zum Klebstoff, gefragt war ein Kleber der Metall und Kunststoff verkleben kann und in meiner “Pfeilbastelabteilung” wurde ich sogar fündig und habe -leicht ärgerlich- die Metallscheiben auf diese hässlichen und unnötigen Kunststoffabnehmer geklebt. Es folgt der übliche Schmarrn die Kugeln einzufetten und in die Löcher zu legen und das ganze Differential zu verschließen.
Aus Sicht des Schraubers hat das Kugeldifferential zwei Vorteile und viele Nachteile:
+ Kein Öl drinnen, damit Dicht und versaut nicht das ganze Fahrzeug
+ Stufenlos sperrbar, ich muss nicht mit 10 Ölen rumpanschen
- Wartungsintensiv, das Differential muss oft ausgebaut werden.
- Zeitintensiv, durch den Komplexen Verbau der Getriebebox muss das halbe Auto zum Warten des Differentials zerlegt werden.
- für stärkere Motoren ist dieses Kunststoffteil erfahrungsgemäß nicht geeignet.
- … kann beliebig ergänzt werden mit Nachteilen die mir noch nicht bekannt sind ![]()
Ich baue also das Differential fertig zusammen, setze die übrigen Zahnräder zum Differential in die Getriebebox, fette das Ganze ein und verschließe es.
Juhu, der erste große Schritt ist geschafft!
An die Getriebebox kommen die Aluplatte für die Motorhalterung und noch einige Kunststoffteile dran, damit diese schön am Chassis montiert werden können. Danach folgen Zahnradmitnehmer und Hauptzahnrad, welches sich übrigens gleich beim ersten drehen als wenig stabil herausstellt. Ohne Motorritzel das aufs große Zahnrad “drückt” eiert das große Zahnrad. Dieser Effekt ist dem minderwertigen Plastik-Mitnehmer zu verdanken, großes Kino Tamiya, ganz großes Kino
.
Nachdem ich zum den zweiten Frust über den vermeintlichen pro Bausatz überwunden habe, baue ich weiter. Die gleitgelagerte Lenkung wird aufs Chassis geschraubt, die IFS-”Dämpferbrücke” wird fertig geschraubt.
Mit der Zeit bemerke ich eine weitere Tatsache die Tamiya offenbar dazu veranlasst hat diesen Bausatz “pro” zu nennen. Jede Menge Alu-Stangen zum verstellen von Spur, Sturz, Dämpfung. Temperatur, Elektronenmischverhältnis des Reglers, Schleuderstärke der Waschmaschine und Umdrehung des Föhn-Propellers. Es ist somit “alles mechanisch verstellbar” ein Attribut offensichtlich den Pro-Modellen zugeschrieben wird
.
Ich fahre mit dem Zusammenbau fort und erreiche bald den Punkt an dem die Radaufhängungen montiert werden sollen. Zu meiner Freude kenne ich dieses System bereits von meinem Allrad-Flitzer und komme damit gut zurecht. Im Gegensatz zum TA-06pro verzichtet Tamiya auf 38 Distanzringe aus Metall und lässt den geneigten Bastler 2 Ringe aus Plastik in unterschiedlichen längen einbauen.
Ich denke mir da das Fahrzeug in den meisten Augen der nicht RC-begeisterten Erwachsenen ein Spielzeug ist, muss man dieses Spiel auch im Endprodukt wieder erkennen und baue die Aufhängungen der Anleitung entsprechen fertig zusammen.
Ein wenig beruhigt bin ich, dass ich die höherwertigen Ersatzteile für meinen Allrad-Renner zumindest an den Aufhängungen verwenden kann. Nach jedem wegstehenden Reifen gibt es somit eine Aufwertung für den Vorderrad-Boliden.
Ich baue bereits die komplette vordere Hälfte des Bausatzes zusammen. Dort fehlen nur noch die Dämpfer und die Reifen und beginne mit dem Zusammenbau der hinteren “Mittläufer-Achse”.
Diese ist recht einfach und schnell zusammen gebaut, da es hier keinerlei Antrieb unterzubringen gilt und somit kann diese auch bald fertig aufs Chassis geschraubt werden.
Doch welchen Radstand soll ich nehmen? Large, Medium oder Small? Ich befrage das Internet nach Karosserien für die unterschiedlichen Radstände und stelle fest: Large, wir bauen das Ganze auf Large zusammen. Warum? Das ist einfach erklärt: Es gibt keine Karosserien von Tamiya für die anderen beiden Radstände. Soll ich mich über den Sinn des Ganzen auslassen oder lasse ich das LeserINeninen an dieser Stelle einfach selbst darüber sinnieren?
.
Meine Aufhängung heißt übrigens jetzt “FF-03L-AAiS” – für alles andere ist sinnlos.
Ich mache mich an den Zusammenbau der Dämpfer und freue mich sehr darüber, dass dies bereits der dritte Satz TRF-Dämpfer ist den ich nach Anleitung zusammenbaue und nebenbei bemerkt die dritte abweichende Anleitung. Einmal gibt es kleine rosane Schaumstoffnupferln dazu die man oben reinlegen soll, dann gibt es wieder einen Gummiring den man auf den Kolben schiebt, oder im Falle meines TA-06 gibt es keines von beiden. Liebe Tamiya-Ingenieure, legt den Reis-Wein beiseite und konzentriert euch auf Euro Arbeit!.
Die Dämpfer werden fertig gestellt. Mangels Vakuum-Luftblasenentferner nicht schnell, dafür langsam und mit großer Sorgfalt!
Der Bausatz ist so gut wie fertig. Es muss noch das ganze Elektrikzeugs rein, Motor-Regler, Lenkservo, Empfänger und Akku. das Carson Brushless-Set von mir passt zwar rein, aber die Kabeln vom Regler zum Motor sind zu kurz, da ich kein anderes Auto zerlegen will, verzichte ich auf den Einbau von Regler und Motor fürs erste und baue nur noch den Lenkservo ein.
Mein Regenauto ist nun soweit möglich fertig. Es hat vier Räder die sich drehen und lenken kann man immerhin auch zwei davon. Herz was willst du mehr
.
Ausständig ist jetzt nur noch ein Test des ganzen. Das Fahrverhalten des Fahrzeuges ist nunmehr auch das einzige, das mich von neutral auf positiv Umstimmen kann wenn ich an das Fazit des pseudo-pro Bausatzes denke und somit beende ich meinen Baubericht mit den Worten eines berühmten, österreichischen Heimwerkers: Aber DAS ist eine andere Geschichte!.
P.S.: NEIN, ich kaufe mir keinen TT-01! So ein Teil findet man, lässt es sich schenken, gewinnt es oder baut es sich aus dem Inhalt zahlreiche Kinder-Überraschungseier nach!![]()
2. Lauf Tamiya-Cup 2012
2. Lauf Tamiya-Cup 2012
Es ist soweit: Es gibt wieder einen Bericht. Einen Bericht über ein packendes, spannendes und nervenaufreibendes Rennwochenende -wie immer aus meiner höchst persönlichen Sichtweise.
Samstag, Trainingstag:
Ich erreiche die in der Ausschreibung beschriebene Halle, und hänge mich gleich an Christian an, da für jemanden, der dort zum ersten Mal ist, nicht ersichtlich war, wo die Strecke denn nun sein soll.
Recht schnell finde ich im Windschatten von Christian das Fahrerlager und die Strecke.
Martin war so freundlich mir einen Platz anzubieten, ich durfte die Bekanntschaft von Herbert und Josef machen. Zwei ganz liebe Rennfahrer vom PSV Klagenfurt, mit denen ich in den folgenden 1,5 Tagen noch viel lachen durfte.
Nach einer kurzen Musterung der Strecke und Begrüßung der verschiedensten bekannten Gesichter baue ich mein “Fahrerlager” auf. Das Zentrum für Perfektion, Energie, Kreativität …. und an diesem Wochenende auch Ersatzteilreduktion, Reparaturen und Schweiß.
Ich hatte mich gerade hingesetzt, da wurde auch gleich die Startgebühr kassiert: ungewöhnlich, dachte ich mir, aber ob ich sie heute oder morgen bezahle ist ja egal.
Wie ich feststellen durfte, gab es diesmal eine Einteilung in Trainingsgruppen. Ab 13 Uhr war somit die Strecke für 15 Minuten für eine bestimmte Startergruppe reserviert. Zu meinem Erstaunen waren alle diszipliniert und haben sich ohne Ausnahmen daran gehalten. Es sollten diesmal also Schlagzeilen ausbleiben wie “kleines GT-Teppichmesser filetiert bei Zusammenprall Tourenwagen”.
Da bis 13 Uhr noch freies Training war, nutzte ich die Zeit noch schnell, die Strecke kennen zu lernen und ein paar Runden zu drehen. Abseits der Ideallinie kannte ich die Strecke recht bald und ab und an verirrte ich mich dann auch schon auf die Idealline.
Nach besagtem Probelauf reinigte ich mein Auto, schmierte die Reifen neu ein und wartet auf 13:15 Uhr, nur um gleich wieder weiter trainieren zu können.
13:15 Ich betrete den Fahrerstand und drehe die ersten paar Runden. Schnell und aggressiv nah an den Curbs eiere ich mein Auto um die Kurven. Ich bin stolz auf mich, der Killerinstinkt ist geweckt, das Training zahlt sich aus.
13:23: 7 Minuten vor Ende meiner Trainingszeit, verlasse ich den Fahrerturm, sammle mein Auto und die rumliegenden Teile ein und setze mich an meinen Tisch. Die Bande war offensichtlich stärker als meine rechte hintere Radaufhängung. Mit dem Gedanken “Rückschläge gibt es im Motorsport” mache ich mich auf die Suche nach den ganzen Ersatzteilen und natürlich der Anleitung, wir wollen ja alles richtig machen. Nach kurzer Reparaturzeit geht es wieder an die Reinigung und Vorbereitung für den nächsten Trainingslauf. Die Zeit vertreibe ich mir mit Tratschen und natürlich mit aufsuchen des geschützten Raucherbereiches.
14:15 Ich betrete den Fahrerturm und fahre meine erste Runde…
14:16 Ich verlasse den Fahrerturm und sammle wieder alles ein…..
Die linke hintere Radaufhängung ist weniger stark als ein TT-01 Plastikbomber im Seek & Destroy-Modus.
Ich schraube wieder. Ersatzteile sind noch da, wie`s geht weiß ich nun auch schon, das Handbuch liegt nur noch zur Sicherheit daneben. Herbert und Josef, die mir gegenüber sitzen, zweifeln schon sichtbar, wobei mir nicht klar ist, ob sie an meinem fahrerischen Können oder der Materialqualität zweifeln. Aus Rücksichtnahme auf mein leicht angekratztes Ego hinterfrage ich ihre Blicke nicht.
Rechtzeitig zum Ende meiner Trainingszeit ist auch die Reparatur abgeschlossen. Ich zweifle an meiner Überzeugung, dass die Trainingseinteilung echt so eine gute Idee sind, da ich nun wieder 45 Minuten warten muss. Aber es gibt genug zu sehen, zu reden und Neuankömmlinge zu begrüßen, so dass sich keine Langeweile eingestellt hat.
15:15 der Dritte Trainingslauf beginnt, ich stehe am Fahrerstand und fahre wieder vorsichtig meine Runden, langsam entwickelt sich ein Gefühl für den zu meisternden Rundkurs. Dem Leser sei hier nochmal gesagt: ich bin Anfänger, demensprechend ist mein Gefühl für die Strecke nicht automatisch das richtige Gefühl. Eng um die Kurve zu “driften” schaut zumindest für mich (noch) schnell aus!
15:24 Nach einer ungünstigen Beschleunigung in einer Kurve steht mein Auto quer auf der Strecke. Noch bevor ich es in Sicherheit bringen oder etwas zur Warnung rufen kann, befindet sich mein Auto offenbar auf einem Kriegsschauplatz. Zwei TT-01 Granaten detonierten in der Seitenfront meines leidgeschundenen Autos und schleudern es gegen die Bande. Ich muss gar nicht erst testen, ob mein Vehikel diesen feindlichen Angriff überstanden hat. Der Vorderreifen, auf dem mein Auto aufgebockt ist, ist der eigene – ab in die Werkstatt. Ein Einschlag mit Mach 2 ist leider auch für einen karbonverstärkten C-Hub zu viel (für den nicht-fachkundigen Leser: ein c-förmiges Plastikteil der vorderen Radaufhängung). Dank intensiven Trainings in Traiskirchen kannte ich diesen Defekt schon und die kaputten Teile sind schnell ausgetauscht. 5 Minuten für ausbauen, zerlegen und zusammenbauen … weitere 4 Minuten für zerlegen und richtig zusammen bauen. Der Zeitdruck war groß, wollte ich doch gleich noch innerhalb der Trainingszeit testen, ob jetzt alles passt.
Leicht gefrustet von den 3 Ausfällen warte ich auf den nächsten Trainingsdurchgang.
16:15 Die Stock-Klasse darf wieder auf die Strecke. Ich begebe mich auf die Strecke und fahre meine Runden.
16:30 Juhu, kein Ausfall! Freudig trage ich mein Auto in die Werkstatt und gebe mich der Reinigung hin
Herbert und Josef blicken verwundert auf mich und mein heil gebliebenes Auto.
Ein Training geht sich noch aus bevor ich weg muss. Das sollte ich nutzen, denke ich mir, und tratsche mich wieder bis 17:15 durch die Gegend.
17:15 Ein weiterer Trainingsdurchgang, eine weitere Niederlage. Ein bekanntes Fahrzeug detoniert wieder einmal in meinem Auto und schießt es gegen die Bande. Resultat: hintere Aushängung hat wieder zugeschlagen. Ja, ich schreibe absichtlich Aushängung. Da nun der Hochwasserpegel meines Emotionsspeichers überschritten ist, nehme ich zwergisch murmelnd mein Auto von der Strecke, und innerhalb von 5 Minuten ist ALLES eingepackt, eine russische Verabschiedung durchgeführt und meine Tasche und ich auf dem Weg Richtung Auto. Wer mich nun kennt, weiß wen und was ich alles verflucht habe, zu meiner Verwunderung auch mich selbst. Letzteres war mir neu und ist im österreichischen Rennsport eher unüblich. Man beachte einen gewissen Herrn Gerhard B. der für seine zahlreichen Ausfälle immer einen Grund kannte – nur er war es nie. Aber ich will nicht ablenken.
Während meiner Heimreise stand für mich fest, dass ich den Renntag am Sonntag auslassen werde.
Viele Gründe schossen mir durch den Kopf, und der Ärger über 4 defekte Radaufhängungen in 5 Trainingsläufen wollte einfach nicht abnehmen.
Zu Hause angekommen, hat mir meine Liebste meine “Freude” gleich am Nasenspitzerl angesehen und mich erst mal brav ausspinnen lassen
. Der folgende angenehme und witzige Abend im Kreise des MRC Wr. Neustadt hatte neben Tina das übrige dazu beigetragen, dass ich wieder zu Hause angekommen mein Auto sorgfältigt repariert und mich geistig auf einen Rennsonntag eingestimmt habe.
Der Renntag:
Sonntag, pünktlich 15 Minuten vor dem ersten Läuten des Weckers stehe ich auf. Mein Unterbewusstsein spielt das Programm “Morgenkaffee” ab, um auch das Bewusstsein wach zu bekommen. Mit 1,5 offenen Augen kontrolliere ich noch die Ausrüstung auf Vollständigkeit und mache mich reisefertig. Dann noch eine Verabschiedung, denn meine Rennstallleiterin hatte vor zu Hause zu bleiben, und ich bin schon auf dem Weg nach Wr. Neudorf.
Als ich bei der Halle ankomme, beeile ich mich mit dem Aufbau meiner “Werkstatt”, fasse gleich den Motor aus, um noch schnell einige Runden drehen zu können, damit ich mir für den ersten Vorlauf zumindest wieder Streckenführung in Erinnerung zu rufen kann.
Gegen 8:30 wird zur Fahrerbesprechung gerufen. Ich verstaue meine Sachen und warte gespannt darauf, was die Rennleitung denn zu sagen hat.
Das Gespräch ist schnell vorbei, einige säumige Zahler werden erinnert, die Startgebühr zu entrichten. Es wird darauf hingewiesen, dass “hinten reinfahren” böse ist und geahndet wird.
Eine technische Abnahme gibt es auch nach jedem Lauf, Streckenpfosten muss man auch wieder machen und als Langsamerer soll man den Schnelleren vorbei lassen. Im Großen und Ganzen also nichts Neues.
9:13 meine Mitstreiter und ich bereiten uns auf den Lauf vor und drehen noch die ein oder andere Runde, bevor wir uns auf der Startposition einfinden sollen. Prompt gibt es auch schon die ersten Verständigungsprobleme. Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, wo “Vualauf startet do hinta da Kurvn vua da Kuavn auf de Grode” genau sein soll. Doch per Mikrofon gab es natürlich gleich eine höfliche Durchsage, um das Problem zu beheben. “Heast wo is bei euch hinta da Kuavn voa da Kuavn auf de Grode?!?” Nachdem alle brav ihre Autos zurücksetzten, gab es keine weitere “Benachrichtigung” mehr über das Mikrofon und die germanische Software-Männerstimme begann uns durch den Lauf zu begleiten.
Immerhin, alle Fahrzeuge fuhren richtig zur aufgerufen Startnummer los und begannen ihren ersten fünfminütigen Kampf gegen die Uhr.
Aus meiner Sicht ist der erste Vorlauf sehr ereignislos. Ich muss zwar einmal einen Streckenposten in Anspruch nehmen, bin aber wohl nicht der einzige, da ich immerhin als 6. starte und die fünftbeste Zeit ins Ziel fahre. Na gut, ganz ereignislos ist der Lauf nicht, meine Räder und Achsen sind nach dem Lauf noch alle da, wo sie hin gehören
.
Direkt nach dem Lauf wird das Auto zur technischen Abnahme gestellt, und ich suche mir einen gemütlichen Streckenpostenplatz aus. Ich schaue 5 Minuten lang den Boliden der Gentlemen-Klasse beim tieffliegen zu und überlege insgeheim wie lange mein TA-06 wohl zwischen diesen Geschossen überleben würde. Nachdem ich meine Pflicht als Streckenposten erfüllt habe, hole ich mein Auto, erkläre brav, dass es sich bei meinem Fahrzeug wirklich um ein Tamiya-Fahrzeug handelt Type TA-06,
schnappe mein Auto und fange mit den üblichen Reinigungs- und Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Lauf an. Stefan, der so nett ist, mir für diesen Renntag Akkus zur Verfügung zu stellen, bringt mir einen neuen “vollen Tank” und recht schnell ist wieder alles für den nächsten Lauf bereit. Zur Sicherheit kontrolliere ich aber die 4 Radaufhängungen genau und ungläubig.
Offensichtlich hat die Intensivbeschallung des Autos bei der Anreise mit “Ich tu dir weh” von Rammstein etwas gebracht. Die Aufhängungen haben Angst und halten.
10:20 Diesmal stehen alle von Beginn an „in da Kuavn vua da Kuavn auf de Grode“ und ehe man sich versieht, flitzen wir auch schon alle los.
Gefühlt bin ich recht gut unterwegs. Ich bemühe mich, die Ideallinie so oft wie möglich zu treffen, und es gelingt mir zusehens auch. Doch was ist das? Da fährt was kleines Schwarz-Grünes vor meinem Auto und macht nicht Platz. Ich bin doch der Schnellere! Gemein! Ich fahre hinterher.
Da meine Fähigkeiten im Überholen nur in groben Ansätzen existieren, warte ich darauf, dass mir Platz gemacht wird, weil ich will ja meinen Mitstreiter durch ein ungeschicktes Überholmanöver nicht touchieren, und natürlich schon gar nicht hinten reinfahren! ![]()
Zwei Runden später … ICH WILL DEM HINTEN REINFAHREN! Der bloße Gedanke reicht aus, und es gelingt mir dann doch noch, an dem schwarz-grünen Auto vorbei zu kommen.
Immerhin habe ich noch die viertbeste Zeit dieses Laufes ins Ziel gebracht. Hätt ich-tät ich erspar ich dem geneigten Leser an dieser Stelle.
Es folgt das übliche: Technische Abnahme – Streckenposten – reinigen und auftanken – Kontrolle der Radaushängungen. Ich glaube ja insgeheim, die beiden Mitstreiter Josef und Herbert glauben schon , ich habe mein Auto ausgetauscht, weil es heute ja doch hält.
11:24 der dritte Vorlauf. Aus meiner Sicht recht ereignislos, es bot sich das übliche Bild. Den Blick auf mein Auto fokussiert drehe ich Runde um Runde. Ein weiterer ereignisloser Vorlauf endet. Ich bringe mein Auto gerade zur technischen Abnahme, als mir Stefan entgegen eilt und mir gratuliert. „Wofür?“ frage ich erstaunt „Dafür, dass noch alle Räder dran sind?“. „Nein!“ entgegnet mir Stefan „Beste Zeit für dich, Erster!“. Tja, wie geht man mit so etwas um? Mein Unterbewusstsein signalisiert mir dezent “SCHAU DIR DIE LISTE AN! Vorher glaub kein Wort.” Ich streckenposte mir wieder die Beine in den Bauch. Der Mann neben mir mit dem Mikrofon findet die Fahrweise der Gentlemen-Klasse offensichtlich nicht gut, wie mir seine Kommentare signalisieren: ” Des is a Waunsinn, so kauma jo ned foahn!” begleitet von heftigem Kopfgeschüttel. Was der wohl über die Anfängerklasse denkt? Ich weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass mir meine Frage bald beantwortet wird.
Nach Erfüllung meiner Pflicht als Pfosten, eile ich zur Liste und tatsächlich, ich hatte es geschafft, so gut zu fahren, während diejenigen vor mir offensichtlich einen Durchhänger hatten, dass ich den feinen Geruch des ersten Platzes schnüffeln durfte. Ich kannte dieses Gefühl ja bis dato noch nicht. Übrigens, ich kannte auch den Druck noch nicht, der dann automatisch auf einem lastet. Zum ersten Mal an diesem Wochenende kann ich so richtig und von ganzem Herzen lächeln.
12:28 der vierte Vorlauf beginnt. Angestachelt durch den ersten Platz des vorigen Laufes versuche ich wieder das Beste aus meinem Auto heraus zu holen. Es ist ein üblicher Vorlauf in der Stock, also der Einsteiger-Klasse, ab und an gibt es ein Gerangel. Und genau an dieser Stelle wird meine Frage von vorhin beantwortet: Der Mann mit dem Mikrofon teilt uns seine Gedanken mit: “Jetz foahts amoi anständig des kost ollas a Göd”. – Guter Mann, es handelt sich um Anfänger! Die können keinen Schalter umlegen von Anfänger- auf Profi-Modus. Genauso wenig wie ein neugeborenes Kind ganze Sätze sprechen kann, da können`s es auch noch so sehr anmachen.
Ich lege den Mann geistig in der Schublade mit dem Buchstaben I ab und konzentriere mich wieder voll auf meine Fahrt. In der letzten Runde und zwar genau “in da Kuavn vua da Kuavn auf de Grode” wird mein Auto gegen die Bande gedrückt. Unsanft und hart, so dass man das Plastik splittern hören kann. Mit 3 Rädern und einer plötzlich aufgekochten Wut schleppe ich mein Auto noch über die Zeitnehmungslinie.
Ich begutachte mein Fahrzeug und sehe: nichts Neues, die Radaushängung hat zugeschlagen.
Nachdem ich als Streckenposten wieder entlassen bin, kümmere ich mich um mein Dreirad.
Die eiserne Reserve an Ersatzteilen wird verbaut, das Auto gereinigt und diverse Schrauben und Stangen auf guten Sitz überprüft. Das Gruppenfoto muss ich auslassen, da mir die Funktion meines Fahrzeuges für die Finalläufe wichtiger ist.
Nachdem aber weniger am Fahrzeug kaputt ist, als ich auf den ersten Blick dachte, schaffe ich es sogar noch zur Verlosung und zum Mittagessen. Man soll es ja nicht glauben, aber ich habe bei der Verlosung sogar etwas gewonnen und konnte mir eine Messlehre sichern, auf die ich schon seit Monaten ein Auge geworfen habe. Bodenfreiheit wird ab sofort in blaueloxiertem Aluminium gemessen
.
Eine kleine Anekdote für Zwischendurch:
Ich habe in der Pause meine Frau Rennstallleiteren angerufen, um ihr vom Stand des Renntages zu berichten. Als ich ihr freudig mitteile, dass es mir sogar gelungen ist, in einem Vorlauf als Erster zu landen, kommt nach kurzem Schweigen nur ein “Wieso? Sind alle anderen ausgefallen?”. ![]()
Doch gleich darauf können wir beide darüber lachen, und ich glaube sogar eine Gratulation wahrzunehmen.
Ich lasse mir dann erklären, wie das System zum Ermitteln der Startnummern funktioniert, da mir nicht und nicht eingehen will, warum ich Startnummer 5 ausgefasst habe. Da die besten beiden Vorläufe gewertet werden, wie ich ursprünglich dachte, ist doch 4 + 1 Platz zwar mathematisch der 5., aber doch nicht wirklich, oder? Stefan nimmt sich geduldig die Zeit und erklärt mir, wie sich das berechnet. Ich muss ihm rechtgeben. Startnummer 5 für die Finalläufe. Naja, immerhin habe ich mich um einen Platz verbessert.
14:11 Der erste Finallauf des Tamiya-Tages beginnt gleich. Mangels Erklärung des “Rennleiters” und Markierung von Startpositionen auf “da Grodn” warten die Fahrer brav „in da Kuavn vua da Kuavn auf de Grode“ und werden prompt gemaßregelt, „ ob sie ned wissn dass des ka Voalauf mehr is und sie soin se gfölligst gscheid aufstön.” Ein Mensch, der weiß, was gewünscht ist, hilft dann beim Aufklären und positioniert die Fahrzeuge auf den richtigen Positionen.
Die Formelboliden starteten los, und wir Anfänger nutzen die Gelegenheit und schauen den Profis beim Fahren zu. Zumindest einige Runden, denn dann müssen wir uns schon für unseren Finallauf vorbereiten.
14:23 Stock, Finallauf 1, Sonnenschein, die Frisur….- moment.
14:23 Stock, wir stehen bereit zum ersten Finallauf. Beim Startpfiff setzt sich das Starterfeld in Bewegung und bereits in den ersten beiden Kurven gibt es die ersten unfreiwilligen Positionswechsel.
Da leider überhaupt nichts kommentiert wird, gibt es oft Fragen auf dem Fahrerstand, soll man doch einen, der bereits überrundet, vorbeilassen. Da sich aber jeder auf seinen Lauf konzentriert und sich die Positionen der anderen nicht merkt, ist man hierbei auf Mithilfe des Rennleiters angewiesen.
Diese Mithilfe blieb aus, somit auch Großteils das Vorbeilassen.
Ich beendete diesen Finallauf immerhin an 4. Stelle.
Der restliche Nachmittag verläuft dann in etwa so wie das bisher erlebte. Keine besonderen Ereignisse mehr. Bis auf einen Spalt zwischen den Teppichplatten der Fahrbahn, der allen Fahrern in den 3. Finalläufen einen Strich durch die Ideallinie macht. Mich persönlich wundert es aber nicht, dass dies vom Veranstalter ignoriert wird. Die Aussagen des Mannes mit dem Mikrofon, der sich für mich auch zeitgleich als Obmann des veranstaltenden Vereines herausgestellt hat, haben eh so ziemlich jedem Tamiyaner gezeigt, dass er nur geduldet ist, und dass mit der Kombination der beiden Veranstaltungen der zeitgleich stattfindende Club-Lauf des eigenen Vereins nicht ganz so teuer zu finanzieren ist.
Ich beende den zweiten Lauf als 5. und den dritten Lauf wieder als 4., rechnete mir also Position 8 in der Gesamtwertung aus.
Es kommt nicht ganz so, immerhin bin ich dann doch auf dem fünften Platz.
Zwischen dem Wegräumen sämtlicher mitgebrachter Materialen und Werkzeuge und der Siegerehrung kommt mir dann noch zu Ohren, dass ein Tamiyaner unter Androhung eines Polizeieinsatzes ein Hausverbot ausgesprochen bekommen hat, und zwar weil er sich gegen eine verbale Attacke ebenso verbal gewehrt hat. Ein Verweis von der Veranstaltung wäre wohl ebenso nicht notwendig gewesen, aber wenigstens das rechtlich zustehende Mittel. Ein Hausverbot kann in der Sporthalle der Gemeinde Wiener Neudorf auch nur von der “Gemeinde” ausgesprochen werden, Herr Obmann des ERC.
Um dieses Thema abzuschließen sei noch erwähnt, dass uns während der Siegerehrung noch der Veranstaltungsort unter den Füßen weg geräumt wurde, und der ERC in Form seines Obmanns einige Tamiyaner noch wissen ließ, dass er sehr froh darüber sei, uns nicht mehr sehen zu müssen.
Zusammengefasst war dies der teuerste Renneinsatz für mich in meiner bisherigen, kurzen Laufbahn.
Trotz der Probleme mit dem Veranstalter war es ein gelungenes Rennwochenende des Tamiya-Cups Österreich. Es gab Höhen und Tiefen und abseits der Strecke auch viel zu lachen.
Ich bin überzeugt davon, dass es noch viele schöne Läufe in der heurigen Saison des Tamiya-Cups geben wird. Allerdings wird davon keiner mehr in Wiener Neudorf stattfinden.
Kein Verlust, wie ich finde.
Entstehung einer neuen “Haubn”
Ein kleiner Bericht über die Enstehung meines neuen HSV-10 in Weinrot-Metallic von Tamiya:
Zuerst habe ich mit einer Schere die neue Karosserie von überschüssigem Material befreit. Die Kanten wurden weg geschnitten, und die Radkästen wurden mit einem Skalpell zuerst geritzt und dann “ausgerissen”. Im Anschluss habe ich die Löcher für die Karosseriesteher gebohrt. Ich persönlich bevorzuge es, dies schon im Vorfeld zu machen, solange ich noch etwas sehe Dank der noch durchsichtigen Haube.
Ein wichtiger Zwischenschritt folgt nun, diesen habe ich leider nicht bebildert:
Die neue Haube wird innen nun mit Wasser und Spülmittel gründlich gereinigt und im Anschluss getrocknet. Auf diese Weise hält der Lack besser, und man hat keine lästigen Fingertappser einlackiert.
Im Anschluss werden die Stellen abgeklebt, die nicht bzw. noch nicht oder in einer anderen Farbe lackiert werden. In erster Linie sind das Fenster, in meinem Fall auch die Scheinwerfer bzw. Rückstrahler, da mein Auto ja auch mit Licht ausgestattet werden soll. Da das Auto allerdings zweifärbig lackiert wird, klebe ich auch gleich alles ab, was nicht schwarz werden soll.
Nachdem nun alles sorgfältig und zu meiner Zufriedenheit abgeklebt ist, gehts ab in die “Lackiererei”.
Zuerst wird die dunkle Farbe aufgetragen, in meinem Fall schwarz. Eine dünner Sprühnebel wird aufgetragen, dann darf das ganze trocknen. Das wiederholt sich dann so lange bis blickdichtes Schwarz im trockenen Zustand auf der Lexanhaube ist.
Nun werden alle Klebestreifen entfernt für die Bereiche die weinrot metallic lackiert werden sollen. Fenster und Scheinwerfer bleiben also noch beklebt.
Im Anschluß wird wieder lackiert, mehrere, dünne Sprühnebelschichten des wertvollen Rots werden aufgetragen und dürfen wieder trocknen. Nach 3-4 Schichten bin ich der Meinung, das richtige “Lackschicht” aufgetragen zu haben, und hinterlege nun das eben rot Lackierte mit schwarzer Farbe.
Nachdem der Lack wieder vollständig getrocknet ist, werden die Aufkleber von den Fenstern entfernt und die Fensterflächen selbst noch mit dunkler Scheibentönung besprüht.
Jetzt heißt es das ganze mindestens 24 Stunden durchtrocknen zu lassen und vor allem auszulüften. Man glaubt gar nicht wie vermeintlich trockener Lack in der Wohnung noch stinken kann
.
Am nächsten Abend wird die Schutzfolie abgezogen, die sich auf der künftigen Aussenseite der Karosserie befindet, und das Meisterwerk bewundert – oder auch nicht, ich hatte eine andere Farbvorstellung. Dunkler und vor allem mehr Metallic-Anteil. Doch immerhin ist die Haube sauber lackiert
.
Nun werden noch die beiliegenden Aufkleber angebracht, und keine 1,5 Stunden später ist die neue Karosserie auch schon so weit fertig. Nun wird noch der Heckspoiler befestigt und die Aufkleber von den Scheinwerferbereichen genommen.
Die Fassungen für die Leuchtdioden werden erst später wenn die Haube zum Einsatz kommt von mir angebracht. NOCH habe ich ja einen HSV in blau metallic, auch wenn er mich schon seeehr wehleidig ansieht.
Hier gibts die Enstehungsgeschichte dann noch bebildert:
Liebe Grüße,
Lucas
Saisonauftakt 2012: Leoben
Der Saisonauftakt des Tamiya-Euro Cups Österreich 2012 hat am 20.
November in Leoben in der Halle des MRC Bruck a.d Mur stattgefunden. Sowohl
technische Abnahme als auch Zeitnahme wurden vom austragenden Verein bewältigt.
Doch nun ab zum höchst persönlichen und absolut subjektiven Bericht:
Beginnen wir mit dem Ort Leoben:
Leoben besticht durch Einbahnen, denn auf dem Weg zu unserem Hotel haben wir 3
mal die Stadt umrundet, damit wir mit dem ausgefeilten Straßennetz unser Ziel
erreichen. Bei Gelegenheit ist dem Stadtplaner von Leoben ein Tritt in den
Allerwertesten zu verabreichen.
Nach dem Einchecken im Hotel und einer kurzen Zimmerbesichtigung geht es auch
schon weiter auf die Rennstrecke.
Dort angekommen, befällt mich Unlust.
Das Fahrerlager ist gerammelt voll, kaum eine freie Lücke zu finden, von einem
Schrauberplatz ganz zu schweigen.
Martin war dann so freundlich, ein Plätzchen frei zu räumen, so
konnte ich mein Auto mal abstellen und nach und nach sogar meine Schachteln.
Nach einer kurzen Besichtigung der Strecke befinde ich es für sehr gut, zwei
Schachteln Ersatzteile mit zu haben, denn die Strecke scheint mir alles andere
als materialschonend. Flache Holzbanden, sehr viele und enge Kurven und als
Bodenbelag “Teppich”.
Man kennt es ja vom Tennisspielen, da gibt es Sand, Wiese, Teppich,…
Wie man auch weiß/wissen kann sind Tennisspieler auf den unterschiedlichen
Belägen unterschiedlich gut.
Ich möchte nun so weit vorgreifen und sagen: der Teppich und ich werden keine
Freunde.
Ich traue mich also nach einigen (vielen) Minuten mein Auto auf Teppich zu
testen. Ich warte also bis die Strecke recht leer ist und beginne meine ersten
mutigen Versuche.
Im Sonntagsfahrertempo komme ich recht gut zurecht, jedoch dreht sich mein Auto
wie ein Kreisel, sobald ich denke in aller Ruhe mal Gas geben zu können.
Nach einigen Gesprächen mit Stefan steht fest, ich muss meine Reifen mit
Haftmittel einschmieren.
Man sollte dazu sagen, ich habe mich 3 Rennen lange gewehrt gegen diese
“Schmiererei”, die meiner Meinung nach nur für schwarze und schmutzige
Finger sorgt.
Leider wurde ich eines besseren belehrt. Stefan hat meine Reifen behandelt, ich
fahre wieder einige Runden und muss feststellen, viel mehr Bodenhaftung.
Somit war nun klar, dass ich am Sonntag schmutzige Hände haben würde.
Nachdem ich am Samstagabend beim eigentlichen Training noch mit einem
ortsansässigen Rennfahrer zusammengekracht bin bzw. sein Auto 3 mal mit meinem Auto und statt sich zu entschuldigen, er nur gelacht hat, habe ich mich gleich mal adäquat bekanntgemacht und beim Verlassen des Fahrerstandes und einsammeln meines Autos im Fahrerlager kundgetan, für wie blöd ich so ein Verhalten nicht befinde, natürlich auf meine Art. – Man kennt mich nun, gut.
Da sich die Wogen meinerseits nicht glätten ließen, trotz liebevollem Zuspruch
meiner Rennstallchefin, brechen wir das Training ab und beschließen in Leoben
noch Essen zu gehen. Kein leichtes Unterfangen wie wir feststellen müssen. Wir
haben uns 3 Lokale von der netten Rezeptionistin vorschlagen lassen, das erste,
gleich neben dem Hotel, hatte “für uns” keinen Platz .. wir sind uns
nicht einig, ob die wirklich für uns meinten oder uns nur ungeschickt mitgeteilt
haben, dass alle Tische belegt sind. Aber wir werden uns beim nächsten Leoben
Besuch dafür revanchieren.
Wir werden dann in das Lokal gehen, wenn garantiert ein Tisch frei ist, um der
Servierkraft dann mitzuteilen, dass wir jetzt bei IHNEN nichts mehr essen
wollen.
Lokal Nummer 2: Ganz Leoben scheint heute auf eine Feier zu gehen, die in
diesem Lokal stattfindet, wir gehen wieder, weil wir gerne HEUTE noch etwas
essen würden.
Lokal Nummer 3 wäre eine Pizzeria gewesen, aber da haben wir alle der netten
Rezeptionistin nicht mehr zugehört, wo die sein soll. Daher beschließen wir zum
Dürüm und Pizza-Türken zu gehen.
Gutes Essen, ruhiges Lokal und wir konnten uns gut unterhalten – wir waren
zufriedengestellt.
Sehr unausgeschlafen geht es dann Sonntag morgen zum Frühstück. Magen anfüllen, stressfrei noch das zweite Frühstück eingenommen, Zimmer geräumt, ausgecheckt und wieder ab zur Halle gefahren. Wir waren so ca. um 08:30 bei der Halle, da der Renntag ja um 9 Uhr beginnen soll, und mein erstes Rennen erst um 9:30 wäre.
Genug Zeit – dachte ich. Eine Durchsage teilt mir mit, dass meine Klasse um 9
Uhr den ersten Lauf hat.
Juhu – Stress!
Akku einschrauben, Reifen behandeln, Karosserie aufstecken und schnell und
gerade noch pünktlich auf die Strecke eilen.
Immerhin habe ich vor lauter schrauben, schmieren, wischen und clipsen aufs
nervös sein vergessen und darum wohl auch meinen besten Lauf des Tages
abgeliefert mit Platz Numero 5 (von 8 Startern).
Zwar werden bei den nachfolgenden Läufen meine Rundenzeiten immer besser und
konstanter, die der anderen Fahrer aber leider auch.
Ich habe meine Startnummer nach Abschluss der Vorläufe erfolgreich verteidigt
und bleibe für die Finalläufe auch Starter Nummer 6.
Wenigstens habe ich die Umwelt geschont, 1 Pickerl weniger zu picken… welch
Ironie.
Die Finalläufe eins und zwei der Stock-Klasse sind für mich eigentlich sehr
entspannte Rennen. Eigentlich deshalb, weil ich es doch tatsächlich geschafft
habe, beim ersten Lauf mein Auto bei einem Bandenkontakt abzuschalten. Stefan
als Streckenposten war so nett, den von mir unpassend aufgeklebten Schalter
wieder auf ein zu stellen, damit ich – wie so oft – meine Verfolgungsjagd
beginnen konnte
.
So habe ich in der Pause zwischen den Finalläufen etwas Sinnvolles zu tun -
Schalter besser aufkleben.
Der zweite Finallauf verläuft für mich dann so richtig ereignislos.
Aber irgendwie genieße ich es, meinem Flitzer beim “Durchrasen”
des Kurses zuzusehen. Für mich ist es rasant, für einige Mitfahrer ist es wohl
eher erschreckend langsam.
Immerhin sollte mir der Sonderpokal für faire Fahrweise überreicht
werden, da ich die schnelleren Fahrer auch vorbildlich vorbeilasse. Die
Erfahrung der letzten Rennen hat gezeigt, dass dies sinnvoller ist, als dann mit
kaputtem Auto aus dem Lauf auszuscheiden.
Der 3. Finallauf ist dann leider auch noch erwähnenswert. Ein Gerangel und
Geremple vom Start weg. Mein Auto wird unsanft in das Auto einer Mitfahrerin katapultiert und eine gefühlte halbe Runde mitgeschleift. Doch diesen Crash hat mein Auto noch überstanden. Leider hat mich kurz darauf ein Fahrer nochmal abgeschossen und da war’s dann mit der Lenkbarkeit meines Autos vorbei. – Ausgeschieden in der 3. Runde wegen technischen Gebrechens.
Der Ärger ist sehr groß. Gar nicht so sehr, weil das Auto einen Defekt hat,
sondern weil ich um 6,5 Minuten Fahrzeit betrogen wurde!
Der Vorteil, den ich
habe, ich weiß WER mir reingefahren ist *evilgrin*
Zwar habe ich in den ersten beiden Finalläufen den 5. und 6. Platz
herausgefahren, doch dann leider doch nur den 7. Platz in der Gesamtwertung bekommen.
Ein sehr unzufrieden stellender Umstand – wie ich finde.
Zusammengefasst bin ich aber trotz allem sehr stolz auf meine Leistungen, auch
wenn die Platzierung nicht so wie erwünscht war.
Grundlegende Ziele habe ich erreicht, eine Steigerung der Rundenzeiten pro
Durchgang, viel fahren, wenig stehen.
Trotz allem wird bis zum nächsten Lauf in Wiener Neudorf ein Training
eingeschoben. Nochmal 2 Monate ohne einmal das Auto um einen Kurs zu jagen
lasse ich nicht mehr zwischen zwei Rennen vergehen ![]()
Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass der MRC Bruck a.d. Mur sich in der Halle in Leoben eine wirklich sehr tolle Bahn aufgestellt und eine sehr gute Leistung als Rennleitung abgeliefert hat.
Liebe Grüße
Lucas
Ein Versuch
Herzlich Willkommen auf meinem Blog!
Man muss mit der Zeit gehen, darum versuche ich hier die Dinge, die mich beschäftigen, zu “verblogen”. In erster Linie ist dies jedoch ein Test für mich. Wie lange werde ich es schaffen, mich mit einem Blog auseinander zu setzen.
Wetten werden bereits angenommen
.
Lieben Gruß
Lucas